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Konservierende Zahnerhaltung
Die Kunststofffüllung
Auf der Suche nach Alternativen zur Amalgam-Füllung ist in der letzten Zeit viel über Kunststoff-Füllungen - die sog. Komposites - geschrieben worden. Wir stellen Ihnen die Möglichkeiten und Grenzen dieses Füllwerkstoffs hier vor.

Kunststoff-Füllung - was ist das?
Der Begriff trifft nicht ganz die Tatsachen: Zu 60-70 % bestehen die Kunststoff-Füllungen, die die Zahnärzte "Komposites" nennen, aus Glas- und Quarz-Teilchen und nur zu rund 30-40 % aus bestimmten Kunststoffen. Dieses Gemisch ist zunächst weich und kann deshalb gut in den Zahn eingefüllt werden. In der Regel werden heute sog. lichthärtende Komposites verwendet: Unter Einwirkung von UV-Licht härtet das Material aus. Dabei "schrumpft" es ein wenig, weil die Kunststoffanteile sich verketten und die übrigen Teilchen so fest einbinden, dass keine "Bewegung" mehr möglich ist. Die Füllung ist jetzt fest.

Zahnfüllungen aus Kunststoff (Komposites) finden auch aus optischen und ästhetischen Gründen leicht Freunde: Sie sind zahnfarben und fallen deshalb nicht auf. Und sie sind - im Vergleich z.B. zu laborgefertigten Inlays - preiswerter. Ebenfalls wichtig: Moderne Komposite-Füllungen halten, wenn sie eine bestimmte Größe nicht überschreiten, inzwischen fast so lang wie Amalgam-Füllungen. Außerdem sind sie im allgemeinen gut verträglich.
Einsatzmöglichkeiten und Grenzen
Komposites gibt es seit mehr als 10 Jahren. Der Werkstoff hat sich einen festen Platz in der Zahnbehandlung erobert, besonders bei Defekten in Frontzähnen, am Zahnhals oder bei kleinen Löchern in Kinderzähnen. Ein Problem waren früher die Kauflächen der Backenzähne: Dort herrscht großer Kaudruck, den eine Füllung aushalten muss. Diese Aufgabe haben frühere Komposites-Materialien nicht gut bewältigt. Mit den neuen Kunststoff-Misch-Produkten sind mittlerweile aber auch kritischere Situationen zu lösen.

Aber nicht jedes Loch im Zahn ist für eine Komposit-Füllung geeignet: Je größer der zu füllende Bereich ("Kavität" sagen die Zahnärzte dazu), desto schlechter halten die Komposites-Materialien. Denn sie brauchen rundherum Zahnhartsubstanz, sozusagen einen Zahnrand. Im Gegensatz zu Amalgam kann man mit Kunststoffen keine Zähne behandeln, bei denen kein Zahnrand mehr besteht.
Wie läuft die Behandlung ab?
Heute werden Kunststoff-Füllungen (Komposites) meistens in sogenannter Mehrschicht-Technik eingebracht - dieses Verfahren verspricht die beste Haltbarkeit. Zuerst werden die Wände rund um das Loch im Zahn leicht angeätzt. Die Zahnfläche wird dadurch etwas aufgeraut. Die spätere Füllung hält somit besser. Dann wird ein Haftmittel verteilt, das für eine feste Verbindung zwischen dem Komposite und dem Zahn sorgt. In dieser ganzen Zeit darf kein Speichel in das Behandlungsfeld eindringen. Viele Zahnärzte verwenden deshalb z.B. eine Gummi-Abdeckung (Fachbegriff: Kofferdam) zur Abdichtung. Das Komposite wird jetzt in dünnen Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht unter Licht gehärtet.

Zum Schluss werden die Füllung und der Übergang noch einmal glattpoliert. Das alles erfordert natürlich seine Zeit, mehr Zeit jedenfalls, als der Zahnarzt bei einer Amalgam-Füllung benötigt.
Wann zahlt die Krankenkasse eine Kunststoff-Füllung?
Kunststoff-Füllungen sind in der Regel keine Kassenleistungen. Nur in Ausnahmefällen übernimmt die Krankenkasse diese Kosten. Dies ist dann gegeben, wenn der Patient ein ärztliches Attest über eine Allergie auf Quecksilber (ist im Amalgam enthalten) oder über ein schweres Nierenleiden vorlegen kann.

In diesen Fällen wird die Kunststoff-Füllung direkt vom Zahnarzt über die Krankenversichertenkarte abgerechnet. In allen anderen Fällen zahlt die Krankenkasse einen Teil der Kosten und zwar den Anteil, den eine vergleichbare Amalgam-Füllung gekostet hätte. Denken Sie dran: Vorbeugen ist besser als Füllen! Was Sie für Ihre Zähne tun können - gleichgültig, ob sie noch alle eigenen haben oder schon "Dritte" - erfahren Sie bei Ihrem Zahnarzt.
Die Amalgamfüllung
Die gesündeste Zahnfüllung ist: Gar keine! Wer Wert auf "Bioverträglichkeit" legt, sollte deshalb darauf achten, dass die Zähne sauber und gesund bleiben. Jede notwendig werdende Füllung besteht aus körperfremdem Stoff und ist deshalb immer nur zweite Wahl im Vergleich zum Originalzahn. Trotzdem besteht kein Anlass zur Sorge: Die heute verwendeten Zahnfüllungs-Werkstoffe sind alle auf gute Verträglichkeit getestet und in unterschiedlichsten Einsatzgebieten erfolgreich. Nicht zu vergessen: Auch Zahnärzte haben hin und wieder ein Loch im Zahn und keinerlei bessere Auswahl unter den Füllmaterialien als ihre Patienten auch! Der Füllwerkstoff mit dem umfassendsten Einsatzspektrum von allen ist dabei immer noch unbestritten das Amalgam.
Amalgam - was ist das Besondere?
Amalgam ist eine Mischung unterschiedlicher Metalle, heutzutage auf der Basis von Silber. Um in den Zahn gefüllt werden zu können, muss die Metallmischung formbar sein - deshalb wird zu der in Pulverform abgefüllten Silber-Metallmischung metallisches Quecksilber zugegeben und zwar im Verhältnis von 50:50. Bei der Mischung verbinden sich die Quecksilber-Teilchen mit dem Legierungspulver, dabei härtet die Mischung.

Aber nicht alle Teilchen im Legierungspulver finden einen Quecksilber-Partner, das hat zwei Vorteile: Die übrig gebliebenen feinsten Körnchen aus der Metallmischung machen die Füllung noch fester und stabiler, und: Weil noch viele "Andockstellen" frei und verfügbar sind, gibt es bei der Amalgamfüllung auch keinen Quecksilber-Überschuss, der sich "irgendwie" verflüchtigt. Zuallererst würde sich das Quecksilber an die freien Bestandteile "binden" . Das Amalgam, diese Kombination aus anfangs formbarer Silberpulver/Quecksilber-Mischung passt sich genau in das "Zahnloch" ein, das beim Ausbohren der Karies entstanden ist, und füllt es dicht auf.

Amalgam hat gegenüber den anderen plastischen Füllmaterialien einen entscheidenden Vorteil: Mit Amalgam kann man eben nicht nur solche Löcher füllen, die wie ein Krater im Zahn liegen, also rundum einen Rand aus Zahnmaterial haben - das können Komposits ("Kunststoff-Füllungen") auch. Mit einer Amalgamfüllung kann man dagegen sogar dann Defekte am Zahn ausgleichen, wenn auch Zahn-Seitenwände zerstört sind: Die Amalgamfüllung ist stabil genug, selbst in diesen schwierigen Bereichen allen Anforderungen standzuhalten. Es gibt also kaum ein "Loch" im Zahn, das nicht mit Amalgam preiswert, gut und haltbar gefüllt werden könnte!
Seit 150 Jahren in Gebrauch
Seit ca. 150 Jahren arbeiten Zahnmediziner mit Amalgam. Und genau so lang dauert auch die Diskussion um dieses Füllmaterial. Wissenschaftler in aller Welt haben sich früher und heute mit diesem Füllstoff beschäftigt, weil immer wieder Sorgen aufkamen, ob die Metallmischung wirklich langfristig gut verträglich ist. Das Material wurde laufend weiter verbessert und gilt in Fachkreisen als der bestuntersuchte zahnärztliche Werkstoff überhaupt. Ein Plus, das nicht alle modernen Materialien vorweisen können, die als Amalgam-Alternativen gehandelt werden.
Amalgam - Verarbeitung und Vorteile
Unstrittig ist, dass Amalgam sehr leicht zu verarbeiten ist, wenn ein Kariesdefekt gefüllt werden muss. Was nicht heißt, dass nicht eine Menge Sorgfalt nötig ist: Eine gute Amalgamfüllung braucht ihre Zeit! Nach dem Aufbohren des Zahnes an der Kariesstelle und Entfernung der zerstörten Zahnsubstanz wird zuerst eine Unterfüllung gelegt: Sie dichtet im Zahn das Zahnmark ("Pulpa") gegen die Amalgam-Füllung ab.

Danach füllt der Zahnarzt den Füllstoff ein, verdichtet ihn und modelliert (beim Backenzahn) die Kaufläche. Nach Aushärtung wird die Amalgamoberfläche poliert. Eine solche Amalgamfüllung hat eine lange Lebensdauer: 8 bis 10 und mehr Jahre sind keine Seltenheit! Damit übertrifft die Amalgamfüllung - vorausgesetzt, die Zähne werden gepflegt und es entsteht keine neue Karies - die Funktionstüchtigkeit vieler anderer Füllungsmaterialien.

Auch ein wichtiger Aspekt: Diese Füllung ist nicht nur sehr haltbar, sondern auch sehr preiswert. Der Patient muss nichts zuzahlen, und für seine Krankenkasse entstehen relativ geringe Kosten von 25 bis 40 Euro, je nach Größe der Füllung. Kein Wunder also, wenn die Krankenkassen die Amalgamfüllung als Norm betrachten und bei anderen Zahnfüllungen nicht mehr als die Kosten für eine vergleichbare Amalgamfüllung dazu bezahlen.
Amalgam - die Nachteile
Bei allen Vorteilen: Es gibt auch Nachteile. Am augenfälligsten ist der metallische, graue Farbton. Das war früher kein Problem, aber inzwischen spielt Ästhetik eine wachsende Rolle. "Zubeißen können" reicht nicht mehr - die Zähne sollen auch schön und gesund aussehen. Und da stört beim Lachen und Sprechen die Amalgamfüllung als dunkler Fleck mitten im Weiß der umgebenden gesunden Zähne. Für viele Patienten ist das Grund genug, auf Amalgam zu verzichten. Ein Bedürfnis, dem die Zahnärzte heute in den meisten Fällen entsprechen können - die Auswahl an Füllmaterialien und -methoden ist inzwischen sehr groß.

Ein Nachteil, der eher emotionale als wissenschaftliche Aspekte hat: Amalgam ist in Verruf gekommen. Immer wieder sind kritische Beurteilungen zu hören und zu lesen, in denen Bedenken geäußert wurden, ob Amalgam nicht vielleicht doch bedenkliche Folgen für den Organismus haben könnte. Naturheilkundlich interessierte Patienten, aber auch einige gleichgesinnte Zahnärzte lehnen Amalgam "vorsichtshalber" ab.
Ja oder Nein - wer hilft bei der Entscheidung?
Ob eine Amalgamfüllung gelegt wird oder nicht, ist heute oft keine medizinisch begründete Frage mehr, sondern eher eine weltanschauliche. Wer der Naturwissenschaft misstraut, misstraut auch dem Amalgam. Einen eindeutigen Beweis, ob ein Stoff schädliche Nebenwirkungen hat oder nicht - unumstößlich und durch nichts erschütterbar - kann weder die Naturwissenschaft noch die Naturheilkunde liefern. Was für den einen Menschen gilt, muss für den anderen noch lange nicht stimmen. Jeder Mensch ist ein Individuum aus vielfältigen genetischen Vorgaben und äußeren Einflüssen - eine eindeutige Aussage, was für alle zusammen "das Beste" ist, kann die Medizin deshalb nicht bieten. Während der eine auf Natur schwört, reagiert der andere auf die gleichen Stoffe mit einer schweren Allergie. Die Medizin, das darf man nie vergessen, macht nur Angebote - deshalb muss auch beim Amalgam jeder für sich selbst abwägen, welchen Argumenten und Fakten er mehr Glauben schenkt und von wem er sich bei seiner Entscheidung beraten lässt.

Unsere Empfehlung ist: Am besten verlassen Sie sich auf Ihren Zahnarzt. Ihn kennen Sie oft schon über viele Jahre hinweg, Sie vertrauen ihm und fühlen sich bei ihm in sicheren Händen. Er kennt auch seine Patienten und wird deshalb die Behandlungsweise vorschlagen, die für Sie die beste ist.
Plädoyer für die Wahrscheinlichkeit
Die zahnärztlichen Berufsorganisationen, aber auch die zuständigen Behörden, z.B. das Bundesgesundheitsministerium, stützen sich in ihrer Beurteilung des Füllwerkstoffes Amalgam auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen nationalen und internationalen Forschung.

Die in Deutschland zuständige wissenschaftliche Fachgesellschaft der Zahnmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, (DGZMK) betont: Es besteht kein Grund, auf Amalgam wegen seiner angeblichen gesundheitlichen Schäden für den Organismus zu verzichten. Wer trotzdem kein Amalgam will, kann auf Alternativen zurückgreifen - darf aber eines nicht vergessen: Auch diese Alternativen haben Vor- und Nachteile und können gesundheitliche Risiken aufweisen.
Fakten gegen Ideologie
Nicht nur die Patienten, sondern auch Zahnärzte "nervt" die oft laute, unsachliche und auf Effekt zielende Diskussion vieler (vor allem nichtmedizinischer bzw. -zahnärztlicher) Amalgam-Gegner. Ein paar Punkte unter der Überschrift "Vernunft", die bei den Diskussionen nicht vergessen oder verdrängt werden dürfen:
Seit ca. 150 Jahren wird Amalgam in der Zahnheilkunde eingesetzt. Wäre Amalgam wirklich so schädlich wie nachgesagt, müssten Generationen vor der heutigen erkennbar kränker gewesen sein als sie es nachweislich waren. Dabei sind die früher verwendeten Amalgame weniger "sicher" gewesen als die heute verwendeten.

Läge tatsächlich ein eindeutiger Verdacht vor, dass Amalgam schädliche Wirkungen hat, kann man davon ausgehen, dass die Behörden in aller Welt gerade in den heutigen hochsensibilisierten Gesellschaften dieses Material längst aus dem Verkehr gezogen hätten. In Schweden wurde zwar das Amalgam aus dem Verkehr gezogen, aber aus anderen Gründen. Quecksilberverbindungen werden und wurden dort zur Konservierung des Holzes im Übermaß verwendet. Das führte zu einem generellen Verbot des Einsatzes von Quecksilberverbindungen, also auch des Amalgams.

Zahnärzte sind beim Legen von Amalgamfüllungen einer Belastung mit Quecksilberdämpfen in hohem Maße ausgesetzt: Solange das Quecksilber noch "flüssig" und nicht an die Teilchen im Silber-Metallpulver gebunden ist, entweichen Quecksilber-Spuren in Dämpfen. Diese Spuren gelangen in den Organismus. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass selbst nach jahrelanger Tätigkeit Zahnärzte und ihr Personal nicht mehr Gesundheitsschäden oder Befindlichkeitsstörungen haben als die Normalbevölkerung auch.

Da kein Medikament ohne Nebenwirkungen ist, geht es bei der Behandlung von Krankheiten immer um das Abwägen von Nutzen und Risiken. Das ist in der Zahnheilkunde nicht anders. Ärzte, Zahnärzte und Apotheker in aller Welt handeln bei der Anwendung von Medikamenten nach dem Grundsatz des berühmten Arztes und Forschers Paracelsus: "Allein die Dosis macht das Gift". Was in geringer Dosis helfen kann, kann in großer Dosis schaden - das gilt im Prinzip für alle Stoffe, auch die natürlichen.
Ein paar Anmerkungen zu Quecksilber
Quecksilber - das ist zweifellos bei den Amalgam-Diskussionen der Stein des Anstoßes. Die meisten Menschen kennen Quecksilber als flüssiges Metall, früher verwendet in Fieberthermometern, bei der Herstellung von Spiegeln und auch bestimmten Medikamenten. Als flüssiges Metall ist Quecksilber relativ ungiftig. (Das Problem ist der aus flüssigem Quecksilber freigesetzte Quecksilberdampf.) Quecksilber wird aber in der metallischen Form, wie es beim Amalgam verwendet wird, vom menschlichen Organismus praktisch nicht aufgenommen und über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Allerdings kommt Quecksilber auch in Verbindungen vor, also nicht "pur".

Die problematischste Variante ist organisches Quecksilber. In dieser Form gelangt Quecksilber in die Nahrungskette, vornehmlich über den Fischkonsum, Thunfisch beispielsweise hat einen sehr hohen Anteil an organischem Quecksilber. Dieses organische Quecksilber wird (wie die Dämpfe, die metallisches Quecksilber "ausdünstet") vom Organismus aufgenommen. Dennoch besteht für den Menschen auch bei hohem Fischkonsum keine Gefahr, wie zahlreiche Untersuchungen aus Japan und Skandinavien (Nationen mit traditionell viel Fisch auf dem Speiseplan) beweisen. Auch das Einatmen von Quecksilberdämpfen hat bei Berufsgruppen, die intensiv mit Quecksilber arbeiten (z.B. Spiegel-Industrie) nicht zu Erkrankungen geführt, die irgendwelche Besonderheiten im Vergleich zur Normalbevölkerung zeigen.
Wann wird Quecksilber aus Amalgam freigesetzt?
In bestimmten Phasen der Behandlung wird Quecksilber freigesetzt, und zwar einerseits, wenn eine frische Amalgamfüllung gelegt wird, und andererseits, wenn eine alte herausgenommen bzw. herausgebohrt wird. In diesen Phasen kommen Quecksilber-Ionen mit dem Speichel in den Magen-Darm-Trakt bzw. über die Atemluft in die Lunge und gelangen so in die Blutbahn. Es gibt aber keine wissenschaftliche Studie, die einen Zusammenhang zwischen Amalgam und der Entstehung von Krankheitssymptomen belegt.
Gesundheitsschäden: Fakten, Sorgen und Meinungen
Fakt ist, dass der Körper in bestimmten Organen (Niere, Gehirn) nachweislich Quecksilber einlagert - welcher Herkunft auch immer. Fakt ist auch, dass Menschen mit Amalgamfüllungen einen höheren Quecksilbergehalt im Körper haben als Menschen ohne Amalgamfüllung. Die Frage ist: Hat das für die Gesundheit und das Wohlbefinden aber auch tatsächlich eine Bedeutung? Fakt ist auch, dass es Menschen gibt, die durch Amalgam krank geworden sind. Das waren und sind jedoch allergische

Reaktionen, wie sie bei entsprechender Veranlagung auf jeden in der Natur vorkommenden Stoff (Amalgam ist, zur Erinnerung, eine Mischung natürlich vorkommender Metalle) eintreten können. Derartige Amalgam-Allergien sind allerdings höchst selten. Zu bedenken ist, dass Allergien gegenüber Kunststoffen aus Füllungen wesentlich häufiger sind.

Der immer wieder geführte öffentliche Streit setzt aber nicht hier, sondern an anderen Punkten an. Amalgamgegner bringen eine ganze Reihe von Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen mit Quecksilber in Verbindung, die zunächst nichts mit diesem Stoff zu tun haben. Die Liste der dem Amalgam zugeschriebenen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen ist fast unübersichtlich lang und beinhaltet vor allem chronisch verlaufende Erkrankungen. Viele solcher Patienten haben auf der Suche nach den Ursachen ihrer oft über Jahre gehenden Leiden schon erfolglos mehrere Ärzte aufgesucht, was ihre Verzweiflung nachvollziehbar macht. Die Ursachen, die Auslöser für derartige Erkrankungen sein können, sind leider ebenso unüberschaubar wie die dem Amalgam zugeschriebenen Nebenwirkungen. Zu den seit vielen Jahren immer wieder dem Amalgam zugeschriebenen Folgen gehören beispielsweise Depressionen, Konzentrationsschwächen, ständige Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Hypernervosität, Krebserkrankungen, sogar Multiple Sklerose oder auch Alzheimer. Also alles Erkrankungen, deren Ursachen nicht bekannt oder sehr vielfältig sein können - was natürlich Spielraum für unterschiedliche "Spekulationen" liefert. Amalgamgegner argumentieren, dass die Quecksilbervergiftung langsam wirkt und als Zellgift vor allem den für den Organismus so wichtigen Enzym-Haushalt zerstört. Wenn es um die Ursachenfindung bei den genannten Krankheiten und Beschwerden geht, wird aber nicht nur das Amalgam als Ursache betrachtet: So gibt es auch Gruppen, die für die gleichen Krankheiten und Beschwerden z.B. Infektionen, Erdstrahlen, Nahrungsunverträglichkeiten, genetische Schäden oder zuviel seelische Belastung als Ursache annehmen.
Naturwissenschaftler: Zusammenhänge gesucht, aber nicht gefunden
Naturwissenschaftler beobachten und verfolgen Abläufe im Körper und damit auch Veränderungen, die irgendwelche Stoffe oder Situationen auslösen. Sie haben bei nüchterner Beurteilung der Fakten, wie geringe Mengen Quecksilber im Körper wirken, keine Zusammenhänge mit den von Amalgamgegnern aufgezeichneten Nebenwirkungen gefunden und verweisen sie auf die Ebene der Spekulation. Anerkannt ist bisher nur die nachweisliche allergische Reaktion, die aber auf alle Füllungsmaterialien zutrifft. An zwei großen Unglücken konnten die Wissenschaftler sehr gut die Wirkungsweise und die Erkrankungsformen einer Quecksilbervergiftung erforschen:
In der japanischen Hafenstadt Minnamata wurden aus umliegenden quecksilberverarbeitenden Fabriken enorme Mengen dieses Metalls in das Meer abgelassen. Über hochvergiftete Fische gelangte das Quecksilber in die Nahrungskette und damit in den menschlichen Organismus.

Im Irak gelangten große Mengen von mit Quecksilber gebeiztem Getreidesaatgutes in den Handel und wurde zu Brot und Broterzeugnissen verarbeitet.
In beiden Fällen waren Tausende von Menschen einer hohen Dosis Quecksilber ausgesetzt. Viele Menschen sind sogar gestorben. Die Folgen dieser Unglücke wurden intensiv untersucht; deswegen kennt die Medizin durchaus die verschiedenen Stufen und die Auswirkungen einer Erkrankung bzw. Vergiftung durch Quecksilber.

Nicht nachgewiesen ist auch die Erkrankung durch "langsame, schleichende Wirkung" von Quecksilber. Auch hier haben die Wissenschaftler Vergleichspersonen: Menschen, die beruflich intensiven Kontakt mit diesem Stoff haben - dazu gehören auch Zahnärzte, Zahnärztinnen und ihre Mitarbeiter/innen - sind im Hinblick auf die vermuteten Nebenwirkungen eindeutig nicht irgendwie auffälliger als andere Menschen. Dass es Empfehlungen gibt, in bestimmten Fällen - z.B. während der Schwangerschaft - zeitweilig von einer Amalgamfüllung abzusehen, hat in erster Linie nichts mit einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch Amalgam zu tun. Im Falle einer Schwangerschaft sollen prinzipiell Zahnbehandlungen auf das allernötigste Maß beschränkt werden, um das werdende Leben z.B. durch Anästhesiemaßnahmen nicht unnötig zu belasten. Die Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom "vorbeugenden Gesundheitsschutz". Bisher ist jedenfalls keine negative Auswirkung des Amalgams auf die Empfängnisfähigkeit von Frauen und auf die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes oder des Neugeborenen nachgewiesen.
Amalgamsanierung" statt ausgiebiger Ursachensuche
Es ist verständlich, dass Menschen, die unter Beeinträchtigung ihrer Gesundheit leiden, jede mögliche Chance zur Heilung ergreifen wollen. Nicht ganz der medizinischen Ethik entsprechend verhalten sich allerdings Ärzte, die ohne nachgewiesene Zusammenhänge zur Entfernung intakter Füllungen raten und sich weiterer oft langwieriger Diagnostik, wo die wahren Ursachen der Übel liegen, verschließen. Die Therapieempfehlung gleicht oft einem Heilversprechen - und kann das, wie viele Fälle von Patientenbeschwerden zeigen, nicht halten. Das Amalgam ist raus - aber nach kurzer Zeit treten die Beschwerden erneut auf.
Bundessozialgericht Oktober 1999: Austausch verspricht keinen Heilerfolg
Das Bundessozialgericht hat diese häufigen Erfahrungen mit Misserfolgen nach Amalgamaustausch bei der Urteilsfindung berücksichtigt. Im Oktober 1999 stellte das BSG in einem Grundsatzurteil (Az.: B 1 KR 13/96 R) fest, dass die Krankenkassen den Austausch einer intakten Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung nicht bezahlen müssen. Ein Zusammenhang gesundheitlicher Beschwerden mit dem Füllungsstoff Amalgam sei wissenschaftlich nicht ausreichend nachgewiesen und hypothetisch. Daher dürften die Krankenkassen nicht zu einem Austausch der Füllungen verpflichtet werden. Krankenkassen -so das BSG- müssen nur dann Therapien bezahlen, wenn die Notwendigkeit einer Behandlung besteht und somit eine hohe Wahrscheinlichkeit auf einen Heilerfolg. Diese Voraussetzungen seien bei einem Austausch einer Amalgamfüllung aufgrund gesundheitlicher Beschwerden diverser Art (Ausnahme: z.B. nachgewiesene Allergie) nicht gegeben. Wenn ein Patient seine Amalgamfüllung gegen eine andere Art Zahnfüllung austauschen will, muss er diese Behandlung selbst bezahlen.
Amalgamsanierung" statt ausgiebiger Ursachensuche
Selbst wenn gesundheitliche Beschwerden in manchen Fällen nach Austausch der Amalgamfüllung verschwunden bleiben, kann das lediglich ein Beleg dafür sein, dass psychosomatische Störungen vorliegen: Besonders ständige Kopfschmerzen, Magenprobleme, Nervosität, Depressionen und allgemeine Unlust gehen in den meisten Fällen auf psychisch überlagerte Probleme zurück, die nicht "verarbeitet" werden. Die empfundenen Beschwerden sind dabei ganz real und keine Einbildung, die Ursachen aber nicht körperlich, sondern seelisch bedingt. Weil der seelische Leidensdruck nicht nachlässt und der Körper kein anderes Ventil für den "Überdruck" findet, antwortet er mit körperlich spürbaren Reaktionen - sie sollen ein Signal sein, den belastenden Überdruck abzubauen.

Das Verständnis für psychosomatische Zusammenhänge wächst bei Ärzten und Zahnärzten. An dem Thema kommt inzwischen auch kein Therapeut mehr vorbei, denn in unserer heutigen Zeit gibt es sehr viele Menschen, die erkennbar unter solchen typischen Befindlichkeitsstörungen bzw. psychosomatisch bedingten Erkrankungen leiden. Die Ursache der lästigen, schmerzhaften, störenden Symptome ist nicht das Amalgam oder das Nahrungsmittel oder die Belastung durch Umweltstrahlen, sondern in der Regel sind es die speziellen Lebensumstände. Sowohl mit der Diagnose als auch mit Therapieempfehlungen tun sich manche Ärzte und auch Zahnärzte schwer: Sie spüren, dass sie auf Unverständnis stoßen.

Erfreulicherweise wächst aber auch bei der Bevölkerung das Verständnis für die Einheit von Körper und Seele und die Folgen von Belastungen, die zu Störungen des aufeinander abgestimmten Systems führen. So wie man für eine aus dem Lot geratene körperliche Gesundheitsstörung Hilfe braucht (z.B. Medikamente gegen Bakterien), so braucht der Mensch auch in solchen Fällen erfahrene Hilfe, wenn seine Seele die Summe der tatsächlichen oder gefühlten Belastungen und Kränkungen nicht mehr erträgt. Manche solcher Belastungen sind auch im Mund, z.B. an den Zähnen erkennbar: Um das Leben zu meistern, werden "die Zähne zusammengebissen" und zeigen regelrechte Schleifspuren. Solche psychosomatischen Munderkrankungen (dazu gehört z.B. auch nächtliches Knirschen) bezeichnet man als "Fehlfunktionen" oder "Parafunktionen".

Ehe man funktionstüchtige Amalgamfüllungen ersetzen lässt, sollte deshalb eine umfangreiche Untersuchung erfolgt sein, die andere Ursachen ausschließt.

Hier können Sie sich auf Amalgamunverträglichkeit von Fachleuten testen lassen:

Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten der Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Johannes Ebert / Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Glückstraße 11
91054 Erlangen
Telefon: 09131 / 853 - 1163

Wissenschaftliche Beratungsstelle München für Unverträglichkeitsreaktionen auf Dentalmaterialien (Ber-U-dent) - eine Kooperation der Bayrischen Landeszahnärztekammer mit der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik / Universität München - Telefonische Beratung und Terminvereinbarung: 089 / 51 60 32 51

Denken Sie dran: Vorbeugen ist besser als füllen! Die Frage "Amalgam oder nicht" stellt sich nur dann, wenn Karies harte Zahnsubstanz zerstört hat. Wer dieser Entscheidung aus dem Weg gehen möchte, kann das durchaus tun: indem die Zähne sauber und damit kariesfrei gehalten werden. Dazu kann man sehr viel zuhause durch regelmäßige und sorgfältige Mundhygiene beitragen, aber noch besser ist die Kombination von häuslicher Zahnpflege und professioneller Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis: Dort können auch solche Beläge entfernt werden, an die man nicht allein herankommt - zudem werden rechtzeitig erste Anfänge von Karies entdeckt, die oft sogar ohne "Bohren und Füllen" wieder ausgeglichen werden können.
Die Einlagefüllung (Inlay/Onlay)
Wenn ein Loch im Zahn gefüllt werden soll, haben die Zahnärzte heute eine ganze Reihe von Alternativen, z.B. die klassische Amalgam-Füllung, eine Füllung mit "Kunststoff" (sog. Komposit) - oder eben auch das Verschließen des Zahnes mit einem Inlay. Inlay bedeutet Einlagefüllung, und das wiederum bedeutet: Aus einem Werkstoff (z.B. Keramik oder Gold) wird eine feste Form gegossen oder gefräst, die haargenau in das für die Füllung vorbereitete "Loch" passt. Damit es nicht herausfällt, wird das Inlay je nach Ausführung mit einem "Klebstoff", einem sogenannten Adhäsiv oder Zement, befestigt. Wie im Haushalt auch, benötigen unterschiedliche Werkstoffe unterschiedliche Kleber, wenn man sie verbinden will.
Inlay - nur etwas für bestimmte Fälle?
Ein Inlay kann, wie jede andere Füllung auch, nur dann eingesetzt werden, wenn nach der Karies-Entfernung noch so viel Zahnsubstanz übrig geblieben ist, dass der restliche Zahn den heftigen Kaudruck aushalten kann. Sind die Zahnwände zu dünn, bricht das Gefüge. In solchen Fällen wird auf ein Inlay verzichtet und zu einer Krone geraten: Sie umschließt den Zahnstumpf von allen Seiten und ersetzt die verlorene natürliche Zahnsubstanz.
Inlay ist nicht gleich Inlay
Von einem Inlay spricht man immer dann, wenn die "Füllung" außerhalb des Mundes angefertigt wird, zum Beispiel im zahntechnischen Labor oder in der Praxis in einem Fräsgerät. Davon zu unterscheiden sind Zahnfüllungen, die aus plastischem Material im Mund angefertigt werden und anschließend aushärten. Je nach Größe des Zahnloches und je nachdem, ob außerdem ein Teil des Zahnrandes oder Zahnhalses durch die Karies zerstört und mit einer laborgefertigten Füllung "repariert" wurde, spricht man von einem
- Inlay
- Onlay oder
- Overlay.

Dabei bedeuten: Inlay: Einlagefüllung, die vergleichbar einer sog. plastischen (im Mund gefertigten) Füllung rundherum von Zahnsubstanz umgeben ist.

Onlay: Mindestens an einer Stelle des Zahnes ragt die Füllung über einen der Zahn-Höckerspitzen hinaus.

Overlay: Sie erstreckt sich deutlich über die Zahnhöcker hinaus. Eine Alternative zu einem Overlay oder Onlay ist die Teilkrone. Diese Versorgungsarten können sich sehr ähnlich sein. Welche Art der Einlagefüllung oder Teilkrone gewählt wird, hängt davon ab, wieviel gesunde Zahnsubstanz noch erhalten ist.
Inlays gibt es aus unterschiedlichen Materialien
Passend zum vorbereiteten Zahnloch wird im Labor eine Füllung gearbeitet: Sie wird gegossen, gefräst oder "gebrannt" - je nach Material. Die heute üblichen Werkstoffe für Inlays ermöglichen eine breite Auswahl - für unterschiedliche Ansprüche in funktionaler, ästhetischer und auch finanzieller Hinsicht. Hier die wichtigsten Inlay-Arten:

Gold-Inlay
Gold, genauer gesagt eine harte Goldlegierung ist der am häufigsten verwendete Werkstoff für eine Inlay-Versorgung im Seitenzahngebiet ("Backenzähne"). Reines Gold wäre zu weich und ist deshalb ungeeignet. Ein solches Gold-Inlay hat einige Pluspunkte: Gold lässt sich von allen Materialien am besten verarbeiten. Vor allem der wichtige Randschluss, der Übergang vom Inlay zum Zahn, kann sehr exakt gearbeitet werden: Je dichter dieser Bereich schließt, um so schwerer können Bakterien eindringen und unter der Füllung wieder für Karies sorgen. Ein dichter Randschluss ist also ein auch medizinisch wichtiges Ergebnis. Ganz allgemein gilt Gold zudem als das vom Körper am besten akzeptierte Material. Und Inlays aus Gold widerstehen bestens dem hohen Kaudruck, der auf den Backenzähnen lastet. Nachvollziehbar also, dass Gold-Inlays eine lange Lebensdauer haben: 10, 15 oder gar mehr Jahre sind keine Seltenheit. Für alle Patienten, die eine besonders haltbare und stabile Füllung wünschen, aus persönlichen Gründen aber keine Amalgam-Versorgung möchten, ist deshalb ein Gold-Inlay die beste Alternative. Es kostet zwar deutlich mehr, aber die Investition lohnt sich auf die Jahre gesehen allemal. Natürlich hat, wie alles, auch ein Gold-Inlay einen Nachteil: Es ist nicht zahnfarben. Nicht jeder Patient möchte, dass man seine Fülllungen sieht. Wer Wert auf höchste Ästhetik legt, entscheidet sich deshalb eher für diese Alternative:

Vollkeramik-Inlay
Selbst Zahnärzte haben manchmal Probleme, ein Vollkeramik-Inlay im Zahn zu erkennen, so sehr gleicht es der natürlichen Zahnsubstanz. Es gibt inzwischen so viele unterschiedliche Tönungen auf der Basis von "zahnfarben", dass sogar leicht gelbliches oder leicht gräuliches Weiß genau getroffen werden können! Mit solch perfekter Ästhetik ist ein Vollkeramik-Inlay natürlich geradezu prädestiniert für eine Versorgung im sichtbaren Bereich der Zähne!

Aber die Schönheit hat nicht nur ihren Preis, sondern ist auch empfindlich. Inlays aus Keramik sind sehr aufwendig in der Herstellung und entsprechend teuer. Und: Keramik ist ein eher sprödes Material und damit bruchgefährdet.

Auch im Hinblick auf die Haltbarkeit gibt es noch Bedenken: Vermutlich wird sie etwas unterhalb der eines Gold-Inlays liegen. Wer die Vorteile einer Stabilität von Gold mit den Vorteilen der Ästhetik von Keramik möchte, kann diese Alternative wählen:

Keramisch verblendetes Inlay
Ähnlich wie bei einer metallkeramisch verblendeten Krone wird in das Gold-Inlay eine Verblendung aus Keramik eingebaut: Sichtbar bleibt immer ein dünner Goldrand um die Keramik-Fläche, ohne den es nicht geht. Die Herstellung ist vergleichbar aufwendig wie bei einem vollkeramischen Inlay - es ist deshalb auch ähnlich kostspielig.
Die Arbeitsschritte
Wer sich für ein Inlay entscheidet, muss Zeit mitbringen: Mindestens zwei Behandlungstermine sind notwendig:

1. Behandlungsschritt
Im ersten Behandlungsschritt nimmt der Zahnarzt einen Abdruck vom Gegenkiefer. Das ist wichtig, damit der Zahntechniker im Labor die neue Füllung genau der Gebisslage anpassen kann. Genau wie beim Original, das nun als Abdruck vorliegt, müssen beim Inlay die Oberfläche des Zahnes, die Grübchen und eventuell auch vorhandene Höcker modelliert werden. Nur so funktioniert das Beißen nachher problemlos, und nur, wenn das Inlay genau zu seinem Gegenüber passt, sind Druckgefühle beim Beißen und Kauen vermeidbar.

Nach dem Abdruck der Kiefer präpariert der Zahnarzt den kariösen Zahn. Das bedeutet: Die Karies (oder eine alte, erneuerungsbedürftige Füllung) wird herausgebohrt. Das entstehende Zahnloch wird so vorbereitet, dass das später eingesetzte Inlay einen guten Halt finden wird. Danach fertigt der Zahnarzt einen Abdruck an, um den genauen Umfang und die genaue Passform des künftigen Inlays bestimmen zu können.

Wenn eine zahnfarbene Füllung eingesetzt werden soll, bestimmt der Zahnarzt anhand einer Farbskala die Farbe der Füllung, so dass sie nachher möglichst mit dem umgebenden natürlichen Zahnweiß übereinstimmt. Abschließend für den 1. Behandlungsschritt wird der Zahn mit einer provisorischen Füllung versorgt: Diese Aufgabe übernimmt entweder ein spezieller Kunststoff oder ein Verschlusszement. Ohne ein Provisorium im "geöffneten" Zahn könnte man nur schwerlich die Zeit bis zum endgültigen Einsetzen des Inlays überstehen: Kaltes und Heißes, ja sogar die Atemluft würde sich als schmerzhafter Stich bemerkbar machen!

2. Behandlungsschritt
Es dauert einige Tage, bis der Zahntechniker im Labor das Inlay auf Bruchteile von Millimetern genau angefertigt hat. Nunmehr steht der 2. Termin in der Zahnarztpraxis an. Zuerst wird das Inlay zur Probe eingesetzt. Durch mehrmaliges Zubeißen prüft der Patient, ob das Inlay richtig passt. Sollte es etwas "drücken", schleift der Zahnarzt hauchfein evtl. überstehendes Inlay-Material ab, bis die Füllung "passt". Wenn der Patient beim Zubeißen keine Unterschiede mehr zu früher feststellt, ist es soweit: Die Kavität (das Loch) wird nochmals gereinigt, mit einem Luftstrahl getrocknet, desinfiziert - und schließlich wird das Inlay eingesetzt. Nun muss der Patient längere Zeit fest zubeißen. In dieser Zeitspanne härtet der "Klebstoff" aus. Das Inlay sitzt jetzt fest und endgültig an Ort und Stelle.
Die Kosten
Wenn man sich diese Behandlungsschritte und die Arbeit im Labor vor Augen hält, ist verständlich, warum ein Inlay nicht billig sein kann. Für manche Patienten ein Problem: Es ist keine Kassenleistung. Immerhin erhält man seit Ende 1996 einen Zuschuß in Höhe einer vergleichbaren Amalgam-Füllung von seiner Krankenkasse - die davon ausgeht, dass eine Amalgam-Füllung für die Versorgung des kariösen Zahnes ausreichend und wirtschaftlich gewesen wäre. Die Differenz bezahlt der Versicherte selbst. Die Kosten eines Inlays schwanken von Fall zu Fall. Die Größe, das Material, die Lage des zu behandelnden Zahnes sind Faktoren, die sich in den Kosten niederschlagen. Als grobe Richtschnur muss man bei einem Gold-Inlay mit etwa 250-350 Euro rechnen, bei einem Keramik-Inlay zwischen 400 und 500 Euro.
Die beste Lösung: Gar keine Füllung
Füllungen bedeuten immer Ersatzmaterial im Mund - auch wenn man sie in der Regel nicht als solche spürt und sich sehr rasch an sie gewöhnt. Wer möglichst wenig Füllungen haben möchte, muss also seine Zähne kariesfrei halten, d.h. sie regelmäßig und sorgfältig reinigen. Zähne sind zwar widerstandsfähig, aber säureempfindlich. Säure entsteht, wenn die im Mund vorhandenen speziellen Bakterien z.B. Zucker verdauen. Je mehr Zahnbelag, desto mehr Bakterien und desto größer die Gefahr für Zahnschäden! Wer Zahnbelag regelmäßig und sorgfältig entfernt und sich zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten (und Getränke!) erspart, kann seine Zähne lange gesund erhalten. Sicherheitshalber sollte man in regelmäßigen (individuell verschiedenen) Abständen seine Zähne, Zahnzwischenräume und Zahnfleischränder professionell reinigen lassen - immer mehr Zahnarztpraxen haben sogenannte "professionelle Zahnreinigung" (oft auch "Individualprophylaxe" genannt) im Prophylaxe-Programm. Sie macht sich durch längere Zahngesundheit bezahlt - auch wenn man dafür selbst in die Tasche greifen muss: Die Krankenkassen übernehmen diese Vorsorge-Kosten nicht.

Unsere Therapieschwerpunkte liegen in der
Mundhygieneberatung, Prophylaxe und Behandlung von Kleinkindern und schwerkranken Kindern Jugendlichen und erwachsenen.
Kieferorthopädie
myofunktionelle und sprachliche Fehlentwicklungen (Prävention und Therapie)